Der Traum von Hawaii

Hallo Leute, 

es ist Oktober. Ironman Weltmeisterschaft. Kona. Hawaii. Mein sportlicher Lebenstraum.  

Wie im letzten Jahr sitze ich zuhause, anstatt im Pazifik mit Delphinen zu schwimmen, im Training oben ohne durchs Energy Lab zu laufen, den Queen Ka’ahumanu Highway rauf- und runterzuradeln und auf mein großes Rennen hinzufiebern. Instagram und Facebook sind im Moment überfüllt mit genau solchen Bildern und Momenten, für die ich in den letzten Monaten und Jahren viel Zeit aufgebracht habe. Leider konnte ich mein ambitioniertes Ziel nicht erreichen. Ich war nicht einmal wirklich nah dran. Meine Versuche in Los Cabos (DNF – did not finish), Santa Rosa (11:21 h) und Maastricht (DNF) waren Rennen, die brutal enttäuschend und niederschmetternd waren. Ich konnte bei all diesen Rennen nicht zeigen was in mir steckt und dass es nicht nur eine wilde Spinnerei ist, von Kona zu träumen. Zeit sich ein paar Gedanken zu machen bzw. diese mit Euch zu teilen.  

Wieso Mexiko und was war da los?
Ich wollte auf der einen Seite das sportliche Ziel mit einem Urlaub verbinden, mit einer Reise die ich auch ohne Ironman machen würde auf der anderen Seite sollte es aber auch ein Rennen sein, das zeitlich und vom Charakter her zu mir passt. Mexiko waren wunderschöne Wochen mit meiner Schwester und ihrem Freund. Das Rennen, spät im Jahr und mit einer welligen Radstrecke auf der ich mich wohl fühlen sollte. Es kam leider anders, denn „Montezumas Rache“ hat mich im Vorfeld des Rennens einfach zu viel Energie und Flüssigkeit gekostet. Dazu kam mein, in der Form noch nie so früh eintretendes, Magenproblem und so musste ich nach 3,8 km Schwimmen und 180 Kilometer Rad fahren leider völlig entkräftet und dehydriert aussteigen.  

Ironman Santa Rosa – (noch) voll auf Kurs!

Santa Rosa mit guten Ansätzen!
Nach der Enttäuschung von Mexiko wollte ich gerne einen frühen Ironman in 2018 machen. Eine frühzeitige Quali wäre perfekt gewesen um Planungssicherheit auch im Job zu haben. Dazu kommt, dass ich seit vielen Jahren in die USA wollte und auf der Rückreise von Mexiko einen phantastischen Zwischenstopp in Los Angeles hatte. Kalifornien als Traumziel. Die Westküste asl perfekte Kombination zum Ironman. Mit Tine hatte ich ein grandiose Zeit dort, das Rennen lief bis Kilometer 8 beim Laufen ebenfalls nahezu perfekt. Auf Platz 5 liegend musste ich dann aber dank plötzlich auftretenden Magenkrämpfen und Erbrechen das Rennen wegwerfen. Fast drei Stunden musste ich im Marathon wandern, rund 35 Plätze und 2 Stunden an der Quali vorbei.  

Ironman Maastricht endet im Krankenhaus!
Beim Ironman Maastricht war ich mir lange nicht klar, ob das Rennen geschickt gewählt war. Aber im Grunde habe ich so tolle Erfahrung in Holland gemacht und wollte diese Begeisterung auch im Ironman erfahren. Leider lief in diesem Rennen überhaupt nichts. Nach schlechtem Schwimmen (ohne Neo) und einem Sturz am Ausgang der Wechselzone bin ich auf dem Rad überhaupt nicht in Tritt gekommen, hab meine erste Zeitstrafe kassiert und konnte lediglich rund 18 Kilometer rennen. Dann hat plötzlich der Kreislauf versagt, mir wurde kalt und schwindelig und ich musste das Rennen nach 2 von 4 Laufrunden aufgeben. Steffi, Tine und einige andere Zuschauer waren so besorgt, dass sie mich direkt in den Krankenwagen verfrachtet haben. DID NOT FINISH again.  

Traue ich mir die Quali zu weiterhin zu?
Nach einigen schönen Erlebnissen dieses Jahr mit Bestzeiten über 5, 10 und 15 Kilometern, guten Teilergebnissen in den anderen Disziplinen und erfolgreichen Rennen in der Regionalliga mit den Triabolos weiß ich, dass ich das Potential habe auch einen sehr guten Ironman zu machen. 2016 konnte ich das schon in Ansätzen beim Ironman Klagenfurt zeigen, seitdem bin ich in allen Disziplinen stärker geworden.  

Was fehlt?
Ich habe nicht so viel Talent wie einige andere. Das ist klar. Aber ich trainiere konsequent und hart, ganz einfach weil ich Spaß daran habe und es mir gut tut. Leider gehört es eben auch zum Talent resistent gegen Verletzungen zu sein und mein Körper spielt mit immer mal wieder kleinere Streiche. Nichts wirklich dramatisches aber eben so, dass ich in der Vergangenheit öfter ausgefallen bin. Mit Mario als Trainer und meiner Erfahrung die ich mittlerweile habe sind Ausfälle weniger geworden. Trotzdem muss ich ständig aufpassen nicht zu viele Umfänge oder zu hohe Intensitäten zu trainieren. Dazu kommt mein Hauptproblem: Der Magen. Während andere alles in sich reinschütten können, reagiere ich extrem empfindlich. Mit Dr. Ehnert habe ich endlich einen Arzt gefunden, der mit Enthusiasmus und Engagement den Dingen auf den Grund gehen möchte.  

Rein in den Herbst, mit viel Freude am Sport!

Was sind die Pläne für 2019?
Ich träume nach wie vor von der Quali, werde allerdings im nächsten Jahr keine Fernreise machen um mich für Kona zu qualifizieren. Es gibt, neben ein paar richtig geilen Sachen, auf die ich mich wirklich extrem freue, zwei Hauptwettkämpfe. Ironman 70.3 Rapperswill und den Ironman Frankfurt, mit dem ich nach meinem Lenkerbruch 2015 noch eine Rechnung offen habe. Toll wäre es, eine Platz für die 70.3 WM in Nizza zu ergattern und vielleicht mache ich auch einfach ein Jahr ohne Langdistanz und verschiebe Frankfurt auf 2020. Mal sehen wie ich durch den Winter komme, was die Untersuchungen mit Dr. Ehnert ergeben und wie viel Lust ich auf das Rennen habe.  

Es ist also einiges auf meinen Langdistanzen schief gelaufen. Ich bin ziemlich weit an einer möglichen Quali vorbei geschrammt. Kein Grund sich zu vergraben, kein Grund Trübsal zu blasen oder traurig zu sein. Dafür liebe ich einfach viel zu sehr was ich tue. Dafür ist der Sport viel zu sehr Ausgleich für meinen Job. Ich weiß, dass ich an einem guten Tag das Potential habe meinen Lebenstraum zu erfüllen. Dieser Tag wird kommen und dann möchte ich möglichst gut vorbereitet sein. Deswegen war ich gestern schwimmen, gehe heute Laufen und sitze morgen auf dem Rennrad und habe jeden Tag etwas für Beweglichkeit und Stabilität getan. Und soll ich Euch was sagen? Es fühlt sich toll an und ich freue mich auch so auf den Samstag. Vor dem Fernseher, dem Laptop und dem Handy. Um nichts zu verpassen.  

Allen Startern, die ich kenne (ganz besonders Dorian Simon, Jan Bruns, Tim Rose, Pascal Ramali und Mareen Hufe) drücke ich die Daumen, dass sie die berühmten Worte „You are an Ironman“ auf dem Ali´i-Drive aufsaugen können und sich im Ziel darüber freuen können, dass Sie das geschafft haben, wovon andere ihr Leben lang träumen. Den Ironman Hawaii zu finishen, auf dem Treppchen beenden oder sogar gewinnen? Pa´a ihr Lieben! 

Euer Matthias

 

 

 

 

3 Kommentare zu “Der Traum von Hawaii

  • 11. Oktober 2018 um 19:18
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    Hab Geduld und fordere nicht zu viel von Dir. Du kannst das schaffen und dann fahren wir gemeinsam hin…

    Antwort

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