ITU World Triathlon Hamburg

Hallo Leute,

nach dem Ironman Frankfurt sollte das Rennen in Hamburg nur etwas Bewegungstherapie sein. Einige von meinen Jungs hatten sich angekündigt und wir wollten gemeinsam Spaß haben. Schwimmen in der Alster, Radeln an der Elbe und Laufen an der Alster. Klingt doch extrem verlockend, oder?

Nach meinem frühzeitigen Aus beim Ironman Frankfurt stand ich aber auf einmal mit anderen Vorzeichen an der Startlinie. Aus dem Rennen mit dem Ziel „Bewegungstherapie“ wird ein Rennen mit dem Ziel „Bestzeit olympische Distanz“.

Wenn ihr meine „Über mich“ Seite jetzt schon durchstöbert habt, dann stellt ihr fest: Es wird auf jeden Fall eine Bestzeit, denn tatsächlich habe ich zwar schon 5 Mal an der Startlinie zu einem Ironman gestanden, aber noch nie einen Wettkampf über die olympische Distanz (1,5 km swim, 40 km bike, 10 km run) absolviert. Lediglich einen verlängerten olympischen Wettkampf 2010 in Bad Bodenteich mit 60 Radkilometern. Auch deswegen freue ich mich ganz besonders auf das Spektakel an der Alster.

Das Schwimmen verläuft relativ ruhig. Die Startgruppen sind übersichtlich und es gibt keine Prügeleien. Nicht einmal an der Wendeboje in der Außenalster. Dass es ekelhaft regnet stört mich hier logischerweise auch noch überhaupt nicht. Nass ist es ja eh! Dazu bekomme ich den professionellsten Wasserschatten, den man sich vorstellen kann. Julia Gajer (2. Frau beim IM Frankfurt) startet im gleichen Startblock und begleitet wohl einen gehandicapten Athleten (neeeein, nicht mich!) und plötzlich taucht sie neben mir im Wasser auf. Allerdings ohne Begleitung also hänge ich mich an Ihre Füße. Im Grunde schwimmt sie etwas zu schnell für mich, aber immer wieder dreht sie sich auf den Rücken und schaut nach hinten. In diesen Momenten kann ich die Lücke dann jedes Mal schließen. Deswegen steige ich zusammen mit ihr nach gut 25 Minuten aus dem Wasser. Ich bin mir nicht sicher, ob wir richtig geschwommen sind, auf meiner Garmin sind es rund 1.600 Meter. Egal, Ziel erreicht und ab aufs Rad!

Nach meinem Defekt beim Ironman Frankfurt bin ich mit meinem S-Works Venge unterwegs und wir zwei sind fix! Es macht richtig viel Laune alles in die Waagschale zu werfen. Die Oberschenkel brennen bei der ersten Durchfahrt der Reeperbahn. Über die Elbchaussee geht es Richtung Teufelsbrück. Die Strecke kenne ich quasi in- und auswendig. Hier muss ich immer längs, wenn ich meine Ausfahrten Richtung Deich mache. Ich halte Ausschau nach Nicole, einer Arbeitskollegin, die mit Ihrem Mann als freiwillige Helferin an der Parkstrasse steht. Kurz winken und ab zum Wendepunkt. Auf dem Rückweg nochmal winken und schon geht es mit knapp 40 Kilometern pro Stunde zurück in die City! Die zweite Runde wird schon etwas zäher, läuft aber immer noch phantastisch. Im Gegensatz zu vielen anderen Sportlern bleibt mir eine Reifenpanne erspart. Julius, Trainingskumpel aus der Pa´a-Truppe, muss sich am Ende des Tages mit 3 (!!!) platten Reifen durchkämpfen. Hut ab für den Willen, bei dem Wetter ein solches Rennen ins Ziel zu bringen. Wahrer Kämpfer- und Sportsgeist.  1:04 h für die 40 Kilometer

Am Ende wird es für mich trotzdem brutal. Tierische Krämpfe kurz vor der zweiten Wechselzone zwingen mich dazu, abzusteigen wie ein alter Mann. Ich komme fast nicht vom Rad , so bewegungsunfähig bin ich. Und jetzt noch 10 Kilometer rennen? Wie soll das denn gehen? Es geht und wie es geht! Als wäre nichts gewesen stürme ich aus der Wechselzone und nach dem ersten, etwas unrunden Kilometer kann ich meine angestrebten Kilometerzeiten halten. Unter 40 Minuten will ich unbedingt laufen und es sieht gut aus. Kein Einbruch, keine Probleme es bleibt sogar Zeit, um überraschenden Support an der Strecke zu begrüßen! Auf der Zielgeraden freue ich mich über eine gelungene Premiere auf der olympischen Distanz. Mit 2:16 h Gesamtzeit (inklusiver der ewigen Wechselzeiten am Ballindamm) kann ich mich in insgesamt in den TOP 50 platzieren und in meiner Altersklasse auf Platz 9 von insgesamt über 450 Startern schieben.

Swim:         25:43
T1:                3:58
Bike:       1:04:04
T2:                2:59
Run:           39:41

Gesamt: 2:16:23

Die tollen Bilder von diesem Wettkampf sind übrigens von Mathias Weintz. Vielen lieben Dank für diese tollen Impressionen! Als nächstes stehen jetzt drei Wochen Training auf dem Plan, dann geht es weiter mit einem Sprintwettkampf beim City Triathlon in meiner alten Heimat Bremen.

Viele Grüße
Matthias

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