Regionalliga Bremen – einmal „pfui“, zweimal „hui“!

Hallo Leute,

in Bremen beim Gewoba City Triathlon fand heute das vierte Rennen der Regionalliga Nord statt. Für mich als Kapitän sollte es das erste Rennen werden, da ich leider bei den ersten drei Rennen in Vierlanden, Itzehoe und Schwerin entweder in Klagenfurt beim Ironman war oder verletzt. Also Premiere und für mich auch erst die zweite olympische Distanz über 1,5 Kilometer schwimmen, 40 Kilometer Rad und 10 Kilometer laufen. Doppelte Anspannung, doppelte Freude und dazu noch in Bremen. Also quasi ein Heimspiel.

Die Anreise ist schon am Samstag, mit den Jungs und auch den Mädels der Triabolos fahren wir am Samstag von Hamburg in die kleine Hansestadt nach Bremen und quartieren uns in der Jugendherberge an der Schlachte ein. Ein letzter kurzer Aktivierungslauf der mir ein gute Gefühl beschert und ab zum Italiener. Alles super zentral, kurze Wege und irgendwie habe ich die Bremer Kleinstadtidylle auch ein wenig vermisst. Schön wieder hier zu sein! Die Jugendherberge ist im Übrigen wirklich ein Tipp. Schöne Zimmer mit eigener Dusche und WC und ein phantastischer Frühstücksraum mit Blick auf die Weser. Dazu in zentraler Lage, Besucherherz was willst du mehr?

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Ein super Tag auf dem Rad

Am Sonntag morgen geht es im Vergleich zum Ironman völlig entspannt los. 8 Uhr Frühstück, 10 Uhr einchecken und um 11.15 Uhr ist der Start. Etwas mulmig wird mir dann aber doch, als ich sehe, wer hier so am Start ist. Aus Hamburg kenne ich eben einige Athleten und das ist definitiv nicht meine Liga. Insbesondere vor dem Schwimmen, nach wie vor meine große Schwäche, habe ich Respekt. Das sollte sich dann später rächen, etwas mehr Mut und Selbstvertrauen wäre wohl angebracht gewesen. So sortiere ich mich relativ weit hinten ein, was dann zur Folge hat, dass ich nach dem Startschuss (gefühlt) fast 30 Sekunden auf der Stelle schwimme und nicht voran komme. Dazu ein unfassbares Geprügel und Gehaue, sodass ich schon fast keine Lust mehr habe weiterzumachen. An der ersten Boje, die aus meiner Sicht viel zu früh kommt geht es dann direkt weiter. Nach 200 Metern wollen alle möglichst eng um die Kurve, ich halte mich raus und schwimme einen großen Bogen. Damit verliere ich allerdings den Anschluss an das Hauptfeld und bin plötzlich alleine auf weiter Flur. Nach 26 Minuten krieche ich aus der Weser, Platz 56 von knapp 80 Männern. Das sitzt erstmal.

Mit etwas Wut im Bauch steige ich auf mein Rad und auf einmal geht das Rennen für mich los. Ich fühle mich phantastisch, habe richtig gute Beine und kann, neben vielen Mädels, die schneller geschwommen sind als ich, auch einige Jungs einsammeln. Mein Sepcialized Shiv und ich, wir verstehen uns immer besser und es macht richtig viel Laune. Nach kurzer Zeit bin ich der erste in unserem Team und sehe Tim Janke, einen Kumpel, den ich schon seit vielen Jahren kenne und den ich sehr schätze. Er startet für den USC Kiel und dank Wendepunkt sehe ich, dass ich in jeder der vier Runden näher ran komme. Trotzdem bin ich irgendwie im absoluten Niemandsland des Rennens. Klar, vereinzelt sehe ich Athleten aber irgendwie sind die Abstände ganz schön groß. Auch keine größeren Gruppen kann ich entdecken und ich finde, dass ich in einem sehr fairen Rennen unterwegs bin. Das macht mir Spaß, darüber freue ich mich und drücke noch etwas mehr auf der langen Geraden gegen den Wind. Herrlich, hier kenne ich wirklich jeden Meter und die 40 Kilometer vergehen wie im Flug, ohne dass ich auch nur eine Sekunde schlechte Gedanken habe. Am Eingang der Wechselzone steht dann eine persönliche Bestzeit über 40 Kilometer (1:01 Stunden) und mit der 27. Radzeit konnte ich mich ins Mittelfeld vorarbeiten. Ein Vereinskollegen ruft mir zu, dass ich auf Platz gut im Zeitplan liege, ich möchte gerne in die Top 30! 10 Kilometer bleiben.

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Zieleinlauf nach 2:10 Stunden auf Platz 34

Die Laufstrecke ist nicht ganz flach, führt an der Weser entlang Richtung Stadtmitte und dank Wendepunkt kann man ganz genau beobachten, was noch nach vorne geht. Nach wenigen Minuten kommt mir der spätere Sieger entgegen. Junge, sieht das stark aus. Ich selbst kann auf den ersten Kilometern einige Athleten einsammeln, das geplante Tempo unter 4:00 Minuten pro Kilometer ist kein Problem. Ich liebe dieses Rennen mittlerweile. Es läuft und ich kann mich weiter nach vorne arbeiten. Warum es auf den Kilometern gut läuft? Rückenwind! Das merkt man aber immer erst, wenn man umdreht. Zweifel machen sich breit ob ich das Tempo weiter laufen kann. Gas geben, Facki, kämpfen und an die eigene Stärke glauben! Das klappt, es geht weiter und die zweite Runde läuft ebenfalls phantastisch. Leider verliere ich ab Kilometer 8 etwas den Fokus, Der Abstand nach hinten ist groß, nach vorne geht ebenfalls nichts mehr und die Kilometerzeiten werden etwas langsamer. Mit einer Laufzeit von 39 Minuten bin ich dann zwar super happy, drei Sekunden wäre ich aber gerne schneller gewesen. Mit einer Endzeit von 1:10:02 und einem 34. Platz bei der Premiere habe ich gezeigt, dass ich mich durchaus in der Regionalliga zeigen kann, zumal das Training ja nicht unbedingt auf diese Distanz ausgelegt ist.

Im Grund hat das Rennen mal wieder gezeigt, dass ich auf dem Rad und beim Laufen durchaus konkurrenzfähig bin, beim Schwimmen noch viel Luft nach oben bleibt. Keine neue Erkenntnis, ich nenne es eine deutliche Erinnerung daran, wie der Fokus im Winter aussehen sollte. Schwimmen, Schwimmen, Schwimmen!

Besonderen Spaß hat die Veranstaltung aber auch deswegen gemacht, weil es mit den Jungs und Mädels ein toller Ausflug war. Ein netter Abend beim Italiener, der Eismann, der extra nochmal den Laden für uns aufgemacht hat, damit es das obligatorische Wettkampfeis gibt und die gegenseitige Unterstützung und Anfeuerung im Rennen. Kurzum, die Regionalliga rockt! Ich freue mich auf das letzte Rennen der Saison in Bad Zwischenahn, auch wenn ich beim Swim and Run nicht unbedingt meine Stärken ausspielen kann.

Für die Freunde der Zahlen gibt es hier mein Rennen kurz zusammengefasst:

0:26:14 h für 1,5 Kilometer Schwimmen (56. Schwimmzeit)
1:01:05 h für 40 Kilometer Radfahren (27. Radzeit)
0:39:18 h für 10 Kilometer Laufen (24. Laufzeit)

2:10:02 h für die olympische Distanz (Platz 34)

Schöne Grüße
Matthias

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