Roadtrip Teil 2 – Leistungsdiagnostik bei GL8 Sport

Hallo Leute

nach der erfolgreichen Vermessung bei IOS-Technik geht es für mich direkt weiter. Am nächsten Tag steht die zweite Leistungsdiagnostik bei GL8-Sport in Burscheid an. Ehrlich gesagt eine Diagnostik, die nach den enttäuschenden Werten im Dezember doch deutlich Spannung in mir erzeugt. Habe ich gut genug trainiert? Im Januar war ich lange krank, schlägt sich das in den Ergebnissen nieder? Waren die Schlüsse aus der letzten Diagnostik die richtigen? Fragen über Fragen, die am Samstag von Rainer beantwortet werden.

Um den Aufwand der Anreise für Vermessung (IOS-Technik in Willich) und die Diagnostik (GL8-Sport in Burscheid) aus Hamburg zu reduzieren, bleibe ich über Nacht natürlich in der Region. Und was bietet sich da mehr an, als Thomas zu besuchen, der immerhin eine Teilschuld an meiner Triathlonbegeisterung trägt. Schließlich war er einer der Vieren, der 2008 nach acht Monaten Vorbereitung den Ironman auf Lanzarote gefinisht und mich mit dem Triathlon-Virus infiziert hat. Weil Thomas noch etwas länger arbeiten muss, hole ich ihn nach der Vermessung meiner Füße direkt auf dem nur wenige Minuten entfernen Golfplatz ab. Dort arbeitet er als Golflehrer! Irgendwann muss ich ihn auch mal um eine Trainingsstunde bitten, auch wenn ich im Moment meinen Sonntag Vormittag noch lieber auf dem Rennrad verbringe als auch dem Platz den Schläger zu schwingen. Thomas, ich hoffe, dass dein Knie bald wieder heile ist, damit wir wieder mal gemeinsam an der Starlinie eines Ironman stehen können, wie zuletzt in Zürich 2014!

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Etwas skeptisch vor dem Radtest – wird er besser als im Dezember?

Am Samstag geht es dann wie gewohnt zu Rainer Schwab, dem Diagnostiker meines Vertrauens. Treffpunkt ist um 09.30 Uhr und somit muss mein Frühstück um 7 Uhr beendet sein. Mittlerweile ist der gesamt Ablauf schon Routine für mich, komme ich doch schon seit 2012 immer wieder in das kleine aber sehr feine sportwissenschaftliche Institut. Es gibt ja mittlerweile so viele Anbieter, seriöse und weniger seriöse, gute und schlechtere und genau deswegen nehme ich jedesmal wieder die Reise nach Burscheid auf mich. Nicht nur, um vergleichbare Werte zu haben und eine Entwicklung der Leistungsfähigkeit der letzten Jahre besser gegenüber zu stellen. Bei GL8-Sport gibt es eine extrem ausführliche Auswertung der Tests, die akribisch durchgeführt werden. Ich kann nur jedem empfehlen, der einen solchen Rad- oder Lauftest machen möchte, Rainer zu kontaktieren und mit ihm über Möglichkeiten zu sprechen.

Wir starten wieder mit dem Radtest, jede der folgenden Stufen muss ich insgesamt sieben Minuten durchhalten, wobei nach den ersten vier und dann nochmal nach drei weiteren Minuten der Laktatwert im Blut gemessen wird. Außerdem wird in der letzten Minute der jeweiligen Belastungsstufe die Atemluft analysiert. Aus den Werten kann dann im Anschluss festgestellt werden, wie gut die Energiebereitstellung funktioniert bei steigender Belastung funktioniert. Nachdem die Werte im Dezember nicht ganz zufriedenstellend waren, bin ich gespannt auf die neuen Werte. Eine ganz knappe Zusammenfassung hat mir Reiner schon direkt nach dem Test geschickt, wobei er zum einen die Laktatwerte und weiterhin die Spirowerte (Atemgase) ausgewertet hat.

Beim Vergleich der Radtests werden zwei Punkte schön sichtbar, die ich aus der Auswertung gerne direkt hier übertragen möchte:
1.) Vergleich Laktatwerte
Die beidenTests verhalten sich bis einschließlich 180Watt parallel auf verschiedenen Laktat-Levels. Bei der 210Watt-Stufe steigt im Dezember-Test der zweite Wert über den ersten, beim Test von Samstag ist genau dieser Wert noch niedriger als der erste, so dass sich dementsprechend das maximale Laktat-Steadystae („LaSSmax“) entsprechend um 20 Watt verbessert hat – Erfolg der harten Essens- und Trainingsarbeit. Alle Messwerte des neuen Tests verlaufen unterhalb der Werte vom Dezember-Test und ich bin auch vier Minuten weiter gekommen. Beim Vergleich von fixen Laktatkonzentrationen (Polar- und Säulendiagramm) sieht man, dass ich bei der Maximalleistung, meinem individuellen LaSSmax und der Leistung bei 2mmol deutlich besser geworden bin, bei 3,4 (ANS) und 6mmol sind die Veränderungen geringer.
2.) Vergleich Spirowerte
Alle relevanten Spiro-Parameter verhalten sich besser gegenüber den Dezember-Werten. Ich bin also effizienter geworden, brauche weniger Luft zur Sauerstoffversorgung bei gleichzeitig verbesserter Fähigkeit Fettsäuren zu verstoffwechseln. Der Energieverbrauch pro Wattstufe ist auch gesunken.Dabei werden unterschiedliche Parameter betrachtet, u.a. die Atemfrequenz, die Atemtiefe oder auch die Zusammensetzung der ausgeatmeten Luft.
In Summe kann ich mit dem Test sehr zufrieden sein und das bin ich auch. Die harte Arbeit der letzten Wochen hat sich ausbezahlt. Auf dieser hervorragenden Grundlage werden wir in den verbleibenden Wochen den Feinschliff für Klagenfurt aufbauen. Der Teppich ist geknüpft, jetzt lernen wir, damit zu fliegen!
Dass meine Laufform so gut ist wie nie zuvor konnte ich bereits beim Halbmarathon in Velo zeigen. Dementsprechend optimistisch und selbstbewusst gehe ich nach dem Radtest und einer Erholungspause aufs Laufband. Auch hier die gleiche Systematik. Ich absolviere auf dem Laufband hintereinander siebenminütige Belastungsstufen mit steigender Intensität, wobei wir mit rund 7:00 Minuten pro Kilometer starten und ich am Ende des Tests eine Laufgeschwindigkeit von 3:20 Minuten pro Kilometer erreiche. Der Lauftest geht also insgesamt über sieben Stufen was im Umkehrschluss einer Dauer von rund 50 Minuten entspricht. Auch hier wertet Rainer die Laktatentwicklung aus und analysiert die Ergebnisse der Spiroergometrie.
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Spiro-Messung vor dem Start des Laufs

1.) Vergleich Laktatwerte

„Man sieht ganz deutlich die Rechtsverschiebung bis hin zu der Tatsache, dass Dein LaSSmax beim Laufen um 2km/h gestiegen ist, was sich anhand der Halbmarathon- und 10 Kilometer-Läufe auch als realistisch erweist – well done!“ Lob vom Diagnostiker, das nehme ich doch gerne mit und teile es mit dem Trainer! So machen wir weiter.
2.) Vergleich Spirowerte
Leider konnten wir nur für die ersten Stufen eine Analyse machen, da während dem Test die Spiro ausgefallen ist. Insofern können wir nicht auf weitere Daten zurückgreifen. Die Laktatkurve und die Werte aus dem Dezember reichen aber aus, um das Training für die kommenden Wochen vernünftig zu planen.
Die tolle Entwicklung der Laufform lässt sich also auch an den Werten der Leistungsdiagnostik ablesen. Hier haben wir im Winter also wirklich sehr viel richtig gemacht. Das bringt nicht nur Freude sondern auch eine Menge Motivation für die kommenden Einheiten und das Rennen in Klagenfurt. Dazu kommt die Vorfreude auf den 10 Kilometer Lauf, der am nächsten Tag in Korschenbroich ansteht.
Die Reise nach Burscheid zu GL8 hat sich also mal wieder gelohnt und auch auf die Gefahr hin, dass ich ich wiederhole. Wenn jemand in der Gegend wohnt, kann ich nur empfehlen sich mit den Jungs dort zu unterhalten. Nicht umsonst fahre ich aus Hamburg dort hin, die Betreuung und das Engagement von Rainer ist kaum zu überbieten. Vielen Dank für die tolle Unterstützung, ich werde auf jeden Fall wiederkommen.
Jetzt gilt es die Beine hoch zu legen und zu entspannen. Wo geht das besser als bei meinem Studienkumpel Matthes und seiner Frau in Kaarst. Von dort kann ich am Sonntag dann direkt zum Korschenbroicher Citylauf durchstarten. Nur wenige Minuten Anreise für eine neue Bestzeit über die 10 Kilometer? Ich würde gerne irgendwann unter 37 Minuten laufen, voraussichtlich aber nicht am Tag nach der Diagnostik. Zumal für den Sonntag-Vormittag noch 3 Stunden Radtraining auf dem Programm stehen.
Den Bericht über den dritten Teil meiner Reise an den Rhein gibt es dann in den nächsten Tagen.
Viele Grüße
Matthias

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