Roadtrip Teil 3 – Korschenbroicher Citylauf

Jode Morje,

so oder so ähnlich begrüßt man sich in Düsseldorf. Nach dem Test bei GL8-Sport bin ich direkt weiter gefahren nach Düsseldorf. Ok, nicht so ganz nach Düsseldorf aber fast! Ich verbringe den Abend bei einem guten Freund und Studienkollegen in Kaarst. Die Stadt Kaarst gilt in der Ballungsrandzone zur Landeshauptstadt Düsseldorf als ein bevorzugter Wohn- und Wirtschaftsstandort mit einem kurzen Weg zum Arbeitsplatz und für mich mit einem besonders kurzen Weg zum 1o Kilometer Rennen am Sonntag in Korschenbroich.

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Letzte Vorbereitungen vor dem Start

Der Abend vergeht wie im Flug und am nächsten Morgen schwinge ich mich direkt auf mein Triathlonbike. Ganz früh am Morgen, denn nach meiner dreistündigen Tour möchte ich mit meinen Gastgebern gemütlich frühstücken um anschließend nach Korschenbroich zum Rennen zu fahren. Pünktlich um 6 Uhr sitze ich auf dem Rad. Wie immer, wenn ich in Regionen mit dem Rad unterwegs bin, in denen ich mich nicht auskenne, fahre ich am Anfang einfach mal darauf los! Ich folge den Straßen die mir gut gefallen, biege links ab wenn es mir danach ist, fahre geradeaus, wenn die Straße dort gut aussieht oder drehe um, wenn ich am Ende eines Weges nicht weiterkomme. Nach der Hälfte der geplanten Fahrzeit schaue ich dann meistens auf mein Telefon, um überrascht zu entdecken wo ich gelandet bin. Im Übrigen ist es ziemlich witzig, wenn man dann nur wenige Kilometer vom Startort entfernt ist und später bei der Analyse feststellt, dass man mehrfach im Kreis gefahren ist. Diesmal ist es aber anders und ich bin nach gut eineinhalb Stunden südlich von Mönchengladbach gelandet. Ich checke den Rückweg, merke mir die wichtigsten Ortschaften auf dem Weg nach Kaarst und fahre zurück. Gelegentlich kontrolliere ich die Richtung dann noch einmal mit dem Telefon und überprüfe, ob ich auf dem richtigen Weg bin. Heute läuft alles wie am Schnürchen und nach genau drei Stunden stehe ich pünktlich wieder vor der Haustür und kurz danach sitzen wir gemeinsam am Frühstückstisch.

Leider können Matthias und Theresa nicht mit zum Lauf nach Korschenbroich, sodass ich mich gegen Mittag alleine auf den Weg mache. Nach einem kurzen „Hallo“ am Stand von IOS-Technik und dem Abholen der Startunterlagen ziehe ich ich um und mache mich auf den Weg zum Start. Es bleibt noch etwas Zeit die Sonne zu genießen und dabei den Lauf der Rollstuhlfahrer zu verfolgen, die direkt vor meinem Rennen auf dem engen Rundkurs um die Kurven rasen. Apropos Kurven – viel mehr Kurven kann bei einem 10 Kilometerlauf kaum mitnehmen. Insgesamt gilt es gleich 8 Runden zu laufen, erst zwei kleine, dann sechs große! Das ist zwar auf der einen Seite ziemlich lustig und kurzweilig, allerdings werden wir schon nach der ersten Runde anfangen, die langsameren Läufer zu überholen. Da kommen zu den eh schon zahlreichen Kurven noch weitere enge Kurven um die anderen Läufer hinzu. Trotzdem ein Spaß, also ab zum Einlaufen.

Ich drehe eine Runde auf der Strecke und sortiere mich dann in der ersten Startreihe ein. Nachdem ich im letzten Jahr den neunten Platz belegen konnte, soll es dieses Jahr unbedingt wieder ein Platz in den Top10 sein. Mit der aktuellen Laufform auf jeden Fall möglich, da bin ich mir sicher, auch wenn die Beine sich nach der Leistungsdiagnostik gestern und der Radausfahrt heute morgen müde anfühlen. Ein Blick nach links und rechts, der übliche Blick auf die Beine der Konkurrenten. Überall wird über Bestzeiten und Renntaktik gesprochen. Die Anspannung steigt. Noch eine Minute bis zum Start. Der Puls steigt, die Muskulatur angespannt um direkt einen guten Platz in der ersten Linkskurve zu ergattern. Und dann geht es los. Peng, Startschuss und ab dafür.

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Mit Vollgas zur neuen Bestzeit

Für eine Zeit unter 37 Minuten müssen es im Schnitt 3:40 Minuten pro Kilometer sein. Ganz schöne Ansage aber wer nicht wagt, der nicht gewinnt. Also renne ich los. Rum um die erste Kurve, enges Ding. Da wird geschoben und gedrückt, geschimpft und gemotzt. Als würde es um viel Geld gehen. Hallo? Dann sortiert sich die Spitzengruppe relativ schnell. Ich zähle vier Leute vor mir, nach der ersten Runde, die rund einen Kilometer lang ist bin ich also auf Platz fünf. Die Uhr piepst zum ersten Mal und bleibt bei 3:33 Minuten stehen. Junge, Junge, hier geht ganz schön die Post ab. Auf der zweiten Runde kann ich einen Läufer überholen, der sich offensichtlich deutlich übernommen hat und ich kann neben einer Läuferin den zweiten Kilometer in 3:35 Minuten absolvieren. Die Beine fühlen sich noch richtig gut, jetzt geht es daran, die langsameren Läufer zu überrunden. Ein Spießroutenlauf und neben unzähligen Ausweichmanövern, die mächtig Kraft kosten verliere ich auch den Überblick über die Platzierung. Das Tempo der Läuferin, mit der ich die ersten Kilometer gelaufen bin, kann ich dann auch nicht mehr mitgehen. Egal, laufe ich doch eh nur für mich und will mein Bestes geben. piep, Kilometer drei in 3:35 Minuten. Leider wird es jetzt immer schwieriger die Ideallinie zu laufen und die Geschwindigkeit bei all den Überrundungen hoch zu halten. Trotzdem gelingt mir das in Summe ganz gut und vor allen Dingen macht es einfach einen unfassbaren Spaß! Die nächsten Kilometer werden dann trotzdem langsamer, jedoch kommt kein Läufer an mir vorbei. Es wird eben für alle hart, nicht nur für mich. Auf der siebten und somit vorletzten Runde überholt mich eine weitere Läuferin, keine Chance dran zu bleiben und so werde ich dann am Ende hinter zwei Läufern und den beiden Mädels insgesamt Fünfter, dritter Mann und gewinne meine Altersklasse! Die Zeit lässt sich durchaus sehen, nach über 40 Minuten in 2014 und 38:33 Minuten in 2015 kann ich meine Bestzeit wieder deutlich verbessern und kommt mit 37:35 Minuten ins Ziel. Mit gezielter Vorbereitung und einem etwas einfacheren Kurs kann ich ganz bestimmt unter 37 Minuten laufen. So bleibt dieses Ziel weiterhin offen!

Die nächsten Beine werde ich die Beine etwas hochlegen, bevor es dann in der nächsten Woche nach Lanzarote ins Trainingslager geht. Mit mächtig viel Selbstbewusstsein werden wir dort weiterhin an der Rad- und Laufform arbeiten. Ich werde mich dann hoffentlich mit sonnigen Bildern und tollen Trainingseinheiten von meiner Lieblingsinsel melden.

Hier noch ein paar Impressionen vom Rennen in Korschenbroich:

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Stolz über den Sieg in meiner Altersklasse

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Gedränge in der ersten Kurve

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Auf der ersten beiden Runden noch mit viel Platz

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